2000 - 2010

Gießener Anzeiger vom 05.07.2010


Die drei Jahrgangsbesten des Beruflichen Gymnasiums der Friedrich-Feld-Schule, Gießen mit Lehrkräften (von links): Schulformleiter Claus Waldschmidt, Thomas Diehl (Beuern), Studienrätin Doris Schlosser, Sandra Ohly (Holzheim), Oberstudienrat Martin Hollick, Janis Cloos (Hohenahr-Altenkirchen), Studienrat Mark Brett und Studienrätin Claudia Volkert. Foto: eil

Berufliches Gymnasium verabschiedet Abiturienten
Thomas Diehl, Sandra Nadine Ohly und Janis Cloos Beste
GARBENTEICH (eil). Das Berufliche Gymnasium an der Friedrich-Feld-Schule Gießen hat in der Sport- und Kulturhalle Garbenteich 70 Abiturienten und Abiturientinnen verabschiedet, die am Ende ihrer dreijährigen Ausbildung die Allgemeine Hochschulreife erlangt haben.
„Der Abschluss beendet eine mindestens dreizehnjährige >Investitionsphase in das Kulturgut Bildung< und markiert das Ende eines ersten bedeutsamen Lebensabschnittes“, brachte es Schulformleiter Claus Waldschmidt auf den Punkt. Zugleich sei dies der Ausgangspunkt für die nächsten Schritte ins Berufsleben.
Als beste Abiturienten des Prüfungsjahrganges 2010 wurden Thomas Diehl (Beuern), Sandra Nadine Ohly (Holzheim) und Janis Cloos (Hohenahr-Altenkirchen) besonders ausgezeichnet.

Die erfolgreichen Absolventen des Beruflichen Gymnasiums an der Friedrich-Feld-Schule Gießen, die jetzt das Abitur „in der Tasche haben“, sind: Onur Acikalln, Barina Akin, André Albach, Barsaumo Algül, Yauno Algül, Fatime Alper, Mona Theresa Arnold, Fatma Arslanpence, Cuma Avci, Dania Becker, Fiona Becker, Tom Beutelspacher, Rabea Felice Bogen, Jana Bortnikowa, Lea Bronder, Daniel Burk, Janis Cloos, Alena Deibel, Anil Demir, Thomas Diehl, Nelli Ditrich, Daniel Euler, Dennis Gelzenleuchter, Christoph Glaewe, Ceren Gültekin, Laura Heß, Birger Höck, Dajana Hofmann, Sandra Irlmeier, Christopher Jung, Julian Keßler, Caroline Klee, Lisa Knecht, Jan- Philipp Kopp, Gabriela Korkmaz, Kim Jennifer Kramer, Agelina Krauskopf, Morten Kreiling, Nadine Kroplewski, Kim-Laurta Küthe, Jan Lehmert, Jonas Leib, Nicklas Mattig, Sebastian Mauthe, Yannic Müller, Tim Christian Netz, Maria Noyal, Sandra Nadine Ohly, Xenia Pawlow, Christian Pflugner, Elisa Valerie Sandner, Nadi Saquib, Anna Schäfer, Daniel Schäfer, Jessica Scherm, Lisa Schikorsky, Björn Schlag, Marcel Seipp, Jennifer Simon, Jenny Stiehl, Jörn Wack, Luisa Wagner, Rebecka Waldschmidt, Olga Wasin, Johann Moritz Wattenbach, Alexandra Winn, Hendrik Wischnewsky, Floria Wisniewski, Mebrum Chana Yildirim und Melisa Zoriu.


Gießener Allgemeine vom 29.06.2010

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Abiball 2010


Gießener Allgemeine vom 16.06.2009

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Gießener Allgemeine vom 16.06.2008

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Abiturienten 2008

Tutorengruppe Hauptmann: Erik Becker, Nina Bender, Simon Galeski, Lena Jakob, Sahin Kaplan, Philipp Köther, Sascha Kreutz, Niklas Loos, Katharina Marx, Larissa Mühlhaus, Carsten Oehler, Isabell Opper, Maximilian Fabian Pohl, André Rühl, Ann-Katrin Schneider, Fabian Springer, Christina Steinbach, Robin Wagner, Katharina Willershausen, Hanns Zimmermann
Tutorengruppe Keller: Kirsten Becker, Benjamin Celik, Benjamin Drechsler, Ellen Dursun, Christian Eichhoefer, Linda Hartmann, Lisa Heyn, Philipp Hornik, Matthias Kalina, Margaretha Kappes, Patrick Kecel, Thomas Liebelt, Manuel Müller, Rudolf Penner, Christopher Rohrgaß, Jan Schuchmann, Christina Schulz, Thomas Stilitano, Max Theis
Tutorengruppe Rustige: Christina Decher, Neshro Esso, Dennis Gall, Halina Graf, Jan Jodat, Iris Kaplan, Marina Kary, Christine Kring, Ann-Kathrin Krug, Adrian Kühn, Daniel Liebe, Fuat Onal, Annika Pfeiffer, Mona Schweitzer, René Willershausen, Sonja Yildirim
Tutorengruppe Schlosser: Bayram Akpinar, Matthias Alexander, Simona Baker, Daniel Bley, Jan Ole Dircks, Jan Nicolas Hüttl, Till Langhammer, Sergej Melnikow, Sandra Milde, Dorothea Nickerl, Lars Nonne, Nadja Penner, Jan Arne Pfeiffer, Santina Seng, Carina Uchiyama, André Waldschmidt, Christian Weber


Abiturrede 2008

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Lehrer,
liebe Mitschüler,

ich stehe heute auf der Bühne, um im Namen aller Abiturienten der Friedrich-Feld-Schule nochmals ein paar abschließende Worte zu unserem Schulabschluss zu sagen.

Wir---haben---es---geschafft!

Wir haben es geschafft nach 13 Jahren, --bei manchen auch ein wenig länger--, den höchst möglichen deutschen Schulabschluss zu erreichen. Die Hochschulreife, auch Abitur genannt, oder einfach nur Abi.

Diese 13 Jahre waren bis jetzt der längste Weg in unserem relativ kurzen Leben.
Alleine ist es immer schwer, einen solchen Weg zu gehen, aber zum Glück mussten wir ihn nicht alleine gehen.

Unser Dank geht sowohl an unsere Eltern, die uns nicht immer schulisch unterstützen konnten, uns jedoch seelisch beigestanden haben. Rückhalt in der Familie oder im Freundeskreis hilft einem sehr dabei, sich voll und ganz auf die wachsenden Aufgaben zu konzentrieren.

Unser Dank geht auch an unsere Lehrer, die tagtäglich unsere Begleiter auf dem Weg zum Abitur waren.

Der römische Schriftsteller Marcus Tullius Cicero schrieb einst:
„Die Autorität des Lehrers schadet oft denen, die lernen wollen.“

Mit Glück kann ich sagen, dass auf der Friedrich-Feld-Schule meist ein eher ungezwungenes Lehrer-Schüler-Verhältnis bestanden hat und besteht.
Ich will nicht sagen, dass die Schüler mit den Lehrern per Du sind, aber wir haben auch nie unsere Lehrer als autoritäre Feinde im Klassenraum wahrgenommen. Wir konnten sie eher als Trainer ansehen, die mit uns das Abitur schaffen wollten. Sie haben uns, so gut es ging, schulisches Wissen und Werte vermittelt. Sie haben uns bei Problemen geholfen, ob sie nun schulischer oder privater Natur waren, die Lehrer standen auf unserer Seite. Gerade in der heißen Phase vor den schriftlichen oder den mündlichen Prüfungen haben sie mehr getan, als es ihr Job verlangte, und uns gezeigt, dass wir ihnen wichtig sind.

In den letzten Jahren haben wir viel gelernt und viel Wissen vermittelt bekommen.
Uns wurde beigebracht, wie wir -zumindest theoretisch- das reelle Volkseinkommen errechnen können.
Wir wissen nun, dass - „ach, zwei Seelen in unserer Brust wohnen“.
Wir können die Summenformel des manchmal zu sehr gemochten Alkohols bestimmen oder ausrechnen, wieviel Energie es benötigt, dass in China ein Sack Reis umfällt.
Dies alles ist Schulwissen, das wohl viele von uns nie wieder benötigen werden.
Jedoch ist das Abitur viel mehr, es hat uns Eigenschaften vermittelt, die wir für unsere Leben benötigen werden. Eigenschaften, die für unser Berufsleben und unser gesellschaftliches Miteinander von großer Bedeutung sind.

Eine gewisse AUSDAUER, vielleicht doch noch mal eine Seite mehr zu lesen oder doch noch eine Aufgabe zu bearbeiten. Eine Ausdauer, die nötig ist, um Aufgaben besser zu lösen und sich somit von der Masse abheben zu können.

BEREITSCHAFT zu zeigen, nicht nur zum Lernen, sondern sich im sozialen Netzwerk 'Schule' wiederzufinden und auch andere Mitschüler zu unterstützen. Bereitschaft zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen, mal mehr zu tun, als von einem verlangt wird. Also einfach mal über sich hinauszuwachsen.

Es hat sich bei uns Schülern eine gewisse INTELLIGENZ entwickelt. Wenn man im Wörterbuch unter Intelligenz nachschlägt, steht dort „Denkvermögen“ und „Vernunft“.
13 Jahre Schule fordern von jedem Schüler, komplex und in Strukturen zu denken.
13 Jahre Schule fordern, vernünftig zu sein, um das Chaos, das Erwachsen-Werden heißt, besser in den Griff zu bekommen.

In der heutigen Zeit ist ein gutes TIMING unabdingbar. Wir mussten lernen, Privatleben, Schule und andere Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen und somit unseren Alltag in gewisser Form abzustimmen. Ein perfektes Timing von Abläufen ist in unserer immer schneller werdenden Gesellschaft eine nicht zu ersetzende Eigenschaft. Eine Eigenschaft, die wir tagtäglich in der Schule benötigt haben. Abgabetermine einhalten, Aufgaben erledigen und immer dafür sorgen, dass die Freizeit nicht zu kurz kommt.

Der UNTERRICHT war der zeitliche Rahmen, in dem uns Wissen und Werte vermittelt wurden. Er stellt eine feste Struktur dar.
Oftmals sehr anstrengend, wenn man übermüdet versucht, den Worten des Lehrers zu folgen. Etwas zu verstehen, was einen eventuell nicht einmal interessiert.
Aber in der Regel, muss ich sagen, wurde der Unterricht interessant und fordernd gestaltet, sodass es schon fast Spaß machte, etwas zu lernen, was nicht unbedingt jeder weiß.
Der Unterricht war bis jetzt eine feste Institution unseres Lebens. Montag bis Freitag von früh morgens bis nachmittags hatten wir schon von klein auf Unterricht gehabt. Ein solch geregelter Tagesablauf half uns, Strukturen in unserem Leben aufzubauen.

Ein Synonym für das Abitur ist die REIFEprüfung.
Wir haben in der Regel schon vorher, aber spätestens ab jetzt, eine gewisse Reife erlangt: Entscheidungen selber zu treffen, mit den Konsequenzen klarkommen zu müssen und unser eigenes Leben zu leben.
Wir haben eine Reife erlangt, die benötigt wird, ein selbstständiges Individuum in der Gesellschaft zu sein.
Reife ist die innere Einstellung, Eigenverantwortung zu übernehmen und selber seine Zukunft zu planen und seinen eigenen Weg zu gehen.
Ausdauer, Bereitschaft, Intelligenz, Timing, Unterricht als feste Struktur und eine gewisse Reife haben uns letztendlich zu unserem Ziel getrieben und uns für die Zukunft vorbereitet.

Das Abitur ist somit das Ende und der Beginn eines Lebensabschnittes.

Albert Einstein sagte einst:
„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“

Was die Zukunft uns bringen wird, kann man nicht sagen, jedoch haben wir durch das Abitur unsere Zukunft in eine Richtung gelenkt, die vielversprechend ist.
Von vielen Mitschülern habe ich erfahren, was sie vorhaben. Viele wollen eine Ausbildung beginnen, andere wollen studieren und viele meiner männlichen Kollegen werden ihren Zivildienst ableisten.
Mich freut es zu hören, dass jeder meiner Mitschüler seinen Weg gehen wird, seine Zukunft gestalten wird - und das hoffentlich auch erfolgreich.

Unsere Eltern, unsere Familien und unsere Lehrer können stolz auf uns sein, dass wir den Weg, den sie uns ermöglicht haben, bis jetzt erfolgreich gegangen sind.

Der gemeinsame Weg von uns Schülern und unseren Lehrern endet nun.
Genauso wie nun unser gemeinsamer Weg endet, enden auch meine Worte.

Jedoch will ich noch eins festhalten! Wir---haben---es---geschafft! Danke.

Adrian Kühn


Hallo uns allen

Schön, dass ich diese jungfräuliche Seite der neu gestalteten Ehemaligen-Homepage eröffnen kann. Ich hoffe, dass viele weitere Beiträge folgen werden. Ich wollte jetzt die Chance nutzen, um (wie so viele) und nochmals zu sagen, dass das Get-together 2008 sehr schön war. Liebe Grüße, vor allem an die erste TG Brett!

MfG S. Buseck (Abi 2007)


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Abilymp, die Götter gehen - Abijahrgang 2005

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Abiball 2005 - zum Vergrößern anklicken


Gießener Allgemeine vom 28.06.2004


Abiturientinnen und Abiturienten 2004

Idris Alper, Marcel Arnold, Lena Balzer, Elias Baryalai, Sascha Markus Becker, Simon Bender, Hermann Braun, Isla Bulut, Konstantin Burgert, Christian Henrik Buseck, Tim Carle, Ramona Dietel, Thorben Dornbusch, Karina Drescher, Paul Engel, Kirsten Euler- Becker, Christiane Förster, Nadia Gabriel, Julia Gilbert, Philipp Greilich, Jeannine Groß, Piotr Hajnas, Eric Hedler, Alwina Herbst, Lea Hillebrand, Felix Homi, Birthe Jahres, Ferhat Kaplan, Jana Kary, Till Kausch, Tarrin Khairi- Taraki, Necmettin Kirkagac, Christian Köhler, Manuela Kronhöfer, Manuel Krug, Martin Kucharski, Thomas Kuczera, Eugen Kukshaus, Florian Lamprecht, Sebastian Lehmann, Patricia Licher, Anna Lisa Lichtenberg, Magdalena Löffler, Daniel Marx, Nicole Meilbeck, Sonja Mörler, Jan-Erik Münnich, Christof Murgott, Dirk Nasswetter, Stefanie Platz, Johannes Purrucker, Isabel Reinhardt, David Runkel, Tatjana Schön, Kathrin Schrott, Olga Schulz, Olaf Schwalb, Kathrin Seibert Chung-il Shin, Christopher Sohn, Katrin Stroh, Fabian Ulmrich, Annette Voith, Jessica Wack, Fabian Wagenbach, Susanne Wagner, Tim Warkentien, Patrick Wagenbach, Christian Weiß, Sebastian Wieczynski, Katharina Wiegel, Sarah Wille, Ilkay Yildiz





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Abiturrede Tarrin Khairi - Taraki

Sehr geehrte Eltern, Lehrerinnen und Lehrer,
liebe Abiturientinnen und Abiturienten,

ich werde nicht so viel über diesen, jetzt abgeschlossenen, Lebensabschnitt erzählen, denn das tun, denke ich, noch andere.

Als ich nach dem 10. Schuljahr auf die Friedrich-Feld-Schule wechseln wollte, versuchten einige Lehrer mich und auch andere Schüler zurückzuhalten mit der Begründung: „Geh nicht auf die Friedrich-Feld-Schule. Was kann sie dir bieten? Meinst du nicht, du wärst unterfordert? Wirst du diesen Schritt nicht bereuen?“

Doch viele Schüler und ich riskierten, wagten den Schritt. Einige, weil sie sich tatsächlich für Wirtschaft interessierten, andere, weil sie mit den Lehrern ihrer Schule nicht zurechtkamen und wiederum andere, die halt dachten, dass die Schule hier einfach sei. Doch von diesen zuletzt genannten Personen sind aber auch viele gescheitert. Bereut habe ich persönlich diesen Schritt mit Sicherheit nicht, denn:

* Es war doch die Friedrich-Feld-Schule, die gemeinsam mit der Ricarda-Huch-Schule die Stadt Gießen beim Europäischen Jugendforum in Italien vertreten hat.
* Es war die Friedrich-Feld-Schule, die ein Seminar zusammen mit französischen Schülern in der Europäischen Akademie in Otzenhausen organisiert hat.
* Es war wiederum die Friedrich-Feld-Schule, die gemeinsam mit der Landgraf-Ludwig-Schule den „Jugend debattiert“- Wettbewerb in Mittelhessen veranstaltete.
* Es ist die Friedrich-Feld-Schule, die versucht, sich durch Projekte, wie z.B. im DEMAPOL-Projekt u. a., international zu engagieren.
* Und auch in sportlicher Hinsicht haben wir es in Sachen Basketball geschafft, die traditionellen Sieger des Jugend trainiert für Olympia, nämlich die Ost- und die Liebigschule, zu verdrängen.

Und somit sollte die Frage nicht lauten: „Warum willst du auf die FFS gehen?“, sondern „Warum bleibst du denn noch hier auf der alten Schule?“

Und auch in der Schule, liebe Eltern, waren die Lehrkräfte stets engagiert uns zu erläutern, wie wichtig das Lernen sei. Wer wird sich nicht an den oft zitierten Satz von Herrn Kratz erinnern: Von Nichts kommt Nichts. Oder an die apokalyptischen Moralpredigten des Herrn Keller über unsere Generation und dass er schwarz sieht, wenn wir nichts verbessern.

Und auch, wenn nicht jeder nach einem Beruf im wirtschaftlichen Bereich strebt, so hat er/sie wenigstens auf dieser Schule ökonomisches Denken gelernt, sich wirtschaftliche Grundlagen angeeignet, die er/sie in jedem anderen Beruf brauchen kann bzw. die auch in nicht-wirtschaftlichen Berufen verlangt werden.

Dass nicht alles so gut geklappt hat - bei dem einen war es Mathe, bei dem anderen war es vielleicht Deutsch - das ist klar, doch es heißt: Erziehe den Menschen als Ganzes, universell. Und die Friedrich-Feld-Schule hat es sehr wohl und sehr gut geschafft uns im Allgemeinen auszubilden. Was würde es mir nützten, wenn ich allein ein Mathegenie wäre, jedoch nicht fähig, kreativ und im Team zu arbeiten und im Endeffekt nicht gesellschaftsfähig zu sein bzw. nicht gesellschaftsverbessernd zu wirken. Und eben das zählt für mich zu einer der größten Leistungen, wenn man unsere unpolitische Generation nicht unbedingt für Politik und Wirtschaft begeistert, uns jedoch zumindest dazu bringt, über unsere eigenen Positionen und über weltpolitische Ereignisse nachzudenken, in einer Zeit, in der unpolitisches Handeln fatal ausgenutzt werden kann und wird. Zusammen gingen wir, Lehrer, Schüler und Eltern auf die Straße, um für Lärmschutzmaßnahmen zu protestieren und wir kämpften bis zuletzt, um die Unterrichtsrahmenbedingungen zu halten. Und deshalb hoffe ich, dass auch die Stadt Gießen das eben Vorgetragene gehört hat und endlich begreift, wie wichtig es ist, so eine Schule, solch eine Wirtschaftsschule im Zentrum Mittelhessens zu haben.

Ich hoffe, alle - Lehrer, Schüler und wir als jetzt Ehemalige - arbeiten zusammen, die Friedrich-Feld-Schule weiterhin zu verbessern und zu unterstützen in Zeiten wie diesen.

Nach den Abiturklausuren äußerten sich manche Lehrer, sie seien stolz auf uns.
Wir Schüler sind auch stolz auf sie, dass sie uns so gut geführt haben.
Ich bin stolz, auf der Friedrich-Feld-Schule gewesen zu sein und
Ich bin stolz, die Abiturrede dieser Schule gehalten haben zu dürfen.

Tarrin Khairi-Taraki


Rede zur Abiturfeier am 25.06.2004

Sehr geehrte Eltern, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Schülerinnen und Schüler, vor allem aber liebe Abiturientinnen und Abiturienten!

Im Namen der Schulleitung der Friedrich-Feld-Schule begrüße ich Sie alle und gratuliere Ihnen, den Abiturientinnen und Abiturienten zum bestandenen Abitur. Es muss immer wieder betont werden: Das Abi-Zeugnis eines beruflichen Gymnasiums bescheinigt die allgemeine Hochschulreife, was bedeutet, dass den Absolventen alle Studiengänge offen stehen und Sie keinerlei fachlichen Begrenzungen, etwa auf Wirtschaftswissenschaften, unterliegen, wie das irrtümlicherweise gelegentlich angenommen wird. Mit Blick auf die aktuelle Novellierung des Hess. Schulgesetzes darf ich daran erinnern, dass die Durchlässigkeit des Bildungssystems gewährleistet ist, solange es berufliche Gymnasien gibt, und davon gibt es drei in der Stadt Gießen.

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten! Mit dem heutigen Tag verlassen Sie im doppelten Sinne des Wortes die Baustelle Friedrich-Feld-Schule. Im Laufe Ihres Lebens werden Universitäten, Ausbildungsbetriebe, Bundeswehr usw. weitere Baustellen sein, auf denen Sie sich bewähren müssen. Beim Rückblick auf die vergangene Schulzeit im beruflichen Gymnasium fallen mir –abgesehen von der Tatsache, dass ich mehrere von Ihnen in der Tischtennis-Gruppe als angenehme Schülerinnen und Schüler kennen lernen durfte- zwei Ereignisse ein: Die Demonstration mit Schülerinnen und Schülern anderer Giessener Schulen beim Ausbruch des Irakkrieges und die spontane Demonstration an der Baustelle „Neustädter Tor“, nachdem dort zunächst unsachgemäß mit schadstoffhaltigen Baumaterialien umgegangen worden war. In beiden Fällen haben Sie Zivilcourage bewiesen und im zweiten Fall mit den Lehrkräften erreicht, dass Asbest nur noch nach 15 Uhr ausgebaut und entsorgt werden durfte, woran in den mehrwöchigen Gesprächen zwischen der Stadt Gießen und dem Abrissunternehmen offenbar niemand gedacht hatte. Leider waren beiden beruflichen Schulen zu diesen Gesprächen nicht eingeladen. Zur Asbestdemonstration hat ein Giessener Landtagsabgeordneter der Schulleitung in einem Brief vorgeworfen, den Unterrichtsausfall bewusst in Kauf genommen zu haben. Dieser junge Mann hat bis heute nicht verstanden, dass es bei dieser Demonstration nicht um einen unreflektierten Protest gegen ein Einkaufszentrum, sondern primär um die Gesundheit von mehr als 3200 Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften ging. Aber nun weg vom Geschehen um das Einkaufszentrum Neustädter Tor, das uns noch mindestens 1 ½ Jahre belasten wird, hin zum zweiten Teil meiner kurzen Rede, zu Ihren Leistungen. Sie haben Ihre gymnasiale Schullaufbahn an dem größten und ältesten beruflichen Gymnasium der Universitätsstadt Gießen absolviert, das nicht nur Leistung abverlangt, sondern seine Schüler auch darauf vorbereitet, den Anforderungen in Studium und Beruf, aber auch in einer pluralistischen Gesellschaft gerecht zu werden.

Ihre Leistungen und die Ihrer Lehrkräfte, die ihr Bestes gegeben haben, können sich sehen lassen. 75 Schülerinnen und Schüler sind in die Abiturprüfung gegangen, 74 haben das Abitur bestanden. Wenn wir nachher die Notenbesten besonders hervorheben, so in dem Wissen, dass auch hinter Noten mit einer 3 vor dem Komma oft eine besondere Leistung mit hohem Einsatz und Fleiß stecken kann, ganz abgesehen davon, dass Noten über den Wert eines Menschen oft nur begrenzt Aussagen zulassen. Lassen Sie sich nicht beeindrucken, wenn die Abiturienten mit der 1 vor dem Komma in der Öffentlichkeit zum Maß aller Dinge erhoben werden. Selbstverständlich freuen wir uns mit Ihnen über diese herausragenden Leistungen. Neben solchen Spitzenleistungen ist es auch die Geschlossenheit der Mannschaftsleistung, die nicht nur bei der Fußball-Europameisterschaft beeindruckt.

Ihnen, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, darf ich meine Anerkennung aussprechen für das Gesamtergebnis, das Ihr Jahrgang in der Abiturprüfung 2004 erzielt hat. Mit einem Blick auf die Eltern stelle ich fest: Die Investitionen haben sich gelohnt. Herzlichen Glückwunsch auch den Eltern.

Nun komme ich zum 3. Teil meiner kurzen Rede, der zwei gute Ratschläge enthält. Wenn es stimmt, was man so über die Jugend von heute hört und liest, dann werden Sie meinen Ratschläge souverän missachten, dann werden Sie das schnelle Geld suchen und das Leben in vollen Zügen genießen. Denjenigen von Ihnen, die dieses Ziel verfolgen, darf ich einen Wunsch mit auf den Weg zum Erfolg geben: Denken Sie bei Ihrer Arbeit auf den verschiedenen Baustellen des Lebens immer auch an die zweite Halbzeit. Wer sich in der ersten Hälfte verausgabt, hat keine Reserven mehr für den zweiten Durchgang. Teilen Sie sich Ihre Kräfte gut ein. Bleiben Sie kontinuierlich am Ball.

Viele von Ihnen verfolgen aber auch ganz andere Ziele, z.B. persönliche Zufriedenheit und einen beruflichen Weg, auf dem Sie sich selbst verwirklichen können. Ihnen rufe ich zu, bewahren Sie sich Ihre Selbständigkeit. Nur wer trotz beruflicher Abhängigkeit seine geistige Unabhängigkeit bewahrt, kann zufrieden sein. Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, Ihnen allen wünsche ich abschließend die Weisheit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, den Mut zu Ihrer eigenen Meinung zu stehen, dem Zeitgeist zu widerstehen und die Tatkraft, das, was Sie für richtig und gut erkannt haben, auch mit fairen und demokratischen Mitteln durchzusetzen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg, Erfolg und Zufriedenheit auf künftigen Baustellen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Werner Döring, Schulleiter


Abijahrgang 2003

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